Chronik des TuS 1919 Platten e.V.
Im Jahre 1919, als der Fußball bereits von der grünen Insel in unseren Landen Fuß gefasst hatte, interessierten sich auch einige junge Bürger von Platten für das „runde Leder“ und von diesen gingen die ersten Impulse zur Gründung eines Sportvereins aus. An sportlichem Ehrgeiz und Idealismus mangelte es nicht. Mehrere Gleichgesinnte Jugendliche fanden sich in der Gründungsversammlung am 19. Juni 1919 zusammen.
Der Gründungsvorstand bestand aus:
- Josef Hower, Sprechwart
- Johann Faust, Turnwart
- Johann Görgen, Schriftwart
- Edmund Tonner, Kassenwart
- Peter Neidhöfer, Zeugwart
- Matthias Adams, Spielführer
- Johann Thomas, stellvertr. Sprechwart
- Michel Weinsberg, stellvertr. Zeugwart
- Matthias Düntzer, stellvertr. Turnwart
Etwa 70 Mitglieder erklärten sich bereit, den Verein aktiv oder inaktiv zu unterstützen.
Die Sparte Turnen nahm man als erstes in das Sportprogramm auf. Die Turnriege setzte sich zusammen aus:
- Matthias Treimetten, Riegenführer
- Johann Ballmann-Zenz
- Matthias Ludwig
- Peter Simon-Lentes
- Peter Becker-Lewen
- Johann Simon-Becker
- Johann Simon (Mühle)
- Josef Becker-Görgen
- Josef Tonner
Noch im selben Jahr nahmen auch die Fußballer ihre sportlichen Aktivitäten auf. Die Fußballmannschaft bildeten:
- Johann Faust
- Martin Neidhöfer
- Matthias Greif
- Nikolaus Ludwig
- Peter Klein
- Jakob Edringer
- Matthias Düntzer
- Michel Weinsberg
- Josef Hower
- Johann Hower-Thiel
- Matthias Adams
- Albert Heck
In einer nach dem 1. Weltkrieg von den Amerikanern zurückgelassenen und von einigen Mitgliedern finanzierten Baracke bezog man das „Trainingsquartier“. Dies war jedoch nur eine Notlösung, da der Standort der Baracke Privateigentum war. So sah man sich genötigt, dieselbe wieder zu veräußern. Der erzielte Gewinn diente der Anschaffung von Turngeräten. Um den Turnbetrieb aufrecht zu erhalten, sprang die Wwe. Losen in die Bresche und stellte dem Verein einen Tanzsaal nach Vereinbarung zur Verfügung.
Die Turnerstaffel wurde von Matthias Treimetten, der als einziger einen lizensierten Riegenführerlehrgang besucht hatte, bis 1939 geleitet.
Bei einer Neuwahl im Jahre 1920 übernahm Peter Neidhöfer den Vorsitz. Spielmannszug und Mandolinenclub wurden dem Verein angegliedert. Die finanziellen Belastungen deckte man, indem eine theatralische Gruppe in der Öffentlichkeit auftrat.
Beim Bau der Kirche im Jahre 1923 war der TuS Platten durch freiwillige Arbeitsleistungen maßgeblich beteiligt.
Im Jahre 1928 löste Johann Spang den bisherigen Vorsitzenden ab. Derselbe schaffte 1934 die Vereinsfahne an, die von einigen Mitgliedern finanziert wurde. Diese Fahne ist bis heute erhalten und wird bei besonderen Anlässen präsentiert.
Unter Leitung von Jugendturnwart Anton Marmann bildete sich im Jahre 1931 eine Jugendriege. Beide bestehenden Riegen erzielten beachtliche Leistungen, so zum Beispiel den dreimaligen Gewinn des Wanderpreises des Gauturnbundes. Jährlich stattfindendes Schauturnen und Fußballturniere zeugten von einer gesunden Moral der Aktiven und hinterließen in der Allgemeinheit gravierende Eindrücke. In Sachen Sport unternahm man Reisen bis weit über die Kreisgrenzen hinaus – sicherlich bemerkenswert, wenn man die damaligen Reisemöglichkeiten mit den heutigen vergleicht.
Die bisherigen Angaben beruhen auf Recherchen die zum Zeitpunkt der erstmaligen Erstellung der Chronik bei den noch lebenden Mitgründern angestellt wurden. Die Vereinsunterlagen kamen durch die Kriegswirren abhanden.
Die Kriegsjahre lähmten gänzlich den Sportbetrieb. Somit entstand hier eine ungewollte Lücke. Doch schon im Jahr 1946, als Platten noch an dem schweren Erbe zu tragen hatte, das der Krieg hinterließ, trat man zu einer konstituierenden Sitzung zusammen, in der beschlossen wurde, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Dieses Vorhaben war insofern schwierig, da man die Spiel-Erlaubnis bei der französischen Besatzungsmacht einholen musste. Die Initiative ging vor allem von den Herren Peter Görgen, Peter Neukirch-Könen und Alois Neukirch aus.
Als 1. Vorsitzender amtierte weiterhin Herr Johann Spang, der dieses Amt ununterbrochen von 1928 bis 1960 bekleidete. Zu klären war noch die Sportplatzfrage. Lange Zeit standen nur gemietete Ausweichplätze zur Verfügung.
Im Jahre 1949 stellte die Gemeinde dann in großzügiger Weise ein geeignetes Gelände in Form von Schrebergärten an der neuen Schule zur Verfügung. Durch Eigenleistung und selbstlosen Einsatz der Aktiven und Inaktiven des Vereins wurden die Arbeiten in Angriff genommen. Nach relativ kurzer Zeit war der Erfolg sichtbar. Ein herrlich und zweckmäßig angelegtes Sportgelände war durch gesundes Zusammenarbeiten entstanden.
Ein groß angelegtes Pokalturnier gab den sportlichen Rahmen am Tag der Platzweihe. Erst jetzt konnte man vor allem die Schuljugend für den Sport begeistern, was sich auch angenehm bemerkbar machte; die Leistungen nahmen rapide zu. Neben einer Senioren- nahm nun auch eine Jugendmannschaft am Spielbetrieb teil. Turnen wurde jedoch nicht wieder aktiv aufgenommen.
Johann Spang reichte im Juni 1960 durch Überbeanspruchung ehrenamtlicher Aufgaben seinen Rücktritt ein. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt und nahm dieses Amt bis zu seinem Tode wahr.
Oswald Neidhöfer übernahm nun die Geschicke des Vereins und führte diesen bis zu seinem Rücktritt im Jahre 1973. Er war der Initiator dafür, dass das Sportfest des TuS Platten alljährlich stattfindet. Unter seiner Regie begann man im Jahre 1969 mit dem Bau des Vereinsheims, das im Jahre 1972 mit Unterstützung der Gemeinde fertig gestellt wurde. Außerdem wurde im Jahr 1970 die Flutlichtanlage installiert – eine der ersten im Kreis. An dieser Stelle ist das Vereinsmitglied Arnold Edringer stellvertretend für alle Helfer besonders zu erwähnen, der durch seinen unermüdlichen Fleiß wesentlich zum Bau des Vereinsheims beigetragen hat.
In den Jahren 1972 und 1973 sorgte der TuS Platten mit zwei Großveranstaltungen für Schlagzeilen in der regionalen Presse. So konnten 1972 die Alt-Internationalen um Fritz Walter und eine Prominenten-Elf aus Journalisten und Rundfunk-Kommentatoren verpflichtet werden.
Ein sportlicher Leckerbissen war im Jahr 1973 des Spiels des Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern gegen die Mannschaft des SV Leiwen. Zu jeder dieser beiden Veranstaltungen konnten etwa 3.500 Zuschauer begrüßt werden.
Nach einer vorgezogenen Neuwahl übernahm 1973 Karl-Heinz Hower das Amt des 1. Vorsitzenden, das er bis 1987 zur Zufriedenheit der Mitglieder bekleidet hat. Nach seinem Ausscheiden wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Zum Ende der Amtszeit von Karl-Heinz Hower wurde im Jahr 1987 die elektronische Anzeigetafel errichtet. Dies fand große Beachtung im Spielkreis Mosel und darüber hinaus, weil Anzeigetafeln zu dieser Zeit auf nur sehr wenigen Sportplätzen zu finden waren und dies gilt in der heutigen Zeit immer noch.
Um den Frauen und Mädchen mehr Gelegenheit zur sportlichen Betätigung im Verein zu bieten, entschloss man sich im Jahr 1969, eine Gymnastikgruppe zu gründen. Diese erfreut sich noch heute reger Beteiligung. Aus den Reihen der Gymnastikgruppe bildete sich unter der Leitung von Renate Leicher eine Tanzgruppe, die durch ihr Können und zahlreiche Auftritte über die Grenzen von Rheinland-Pfalz bekannt war. Die Tanzgruppe wurde 1979 aufgelöst.
Mit Blick in die Zukunft und dem Bemühen, dem Verein neue Impulse zu geben, wurde 1981 das erste Tischtennis-Turnier ausgerichtet, an dem alle Vereinsmitglieder und Dorfbewohner teilnehmen konnten. Bereits während des Turniers wurden Stimmen laut, die darauf drängten, eine Tischtennis-Abteilung zu gründen. Nach dem zweiten Turnier im Jahr 1983 war es dann soweit; am 24. Juni 1983 wurde die Abteilung gegründet, die dann in den folgenden Jahren mit großem Erfolg am Spielbetrieb teilnahm. Leider wurde diese Abteilung im Jahr 1992 wieder aufgelöst.
In der Fußballabteilung sorgte Trainer Gerhard Vietzen ab 1984 für Aufschwung, nachdem man lange Zeit in der niedrigsten Kreisklasse gespielt hatte. So wurde 1986 endlich der Aufstieg in die Kreisliga C geschafft. Dort spielte man dann drei Jahre in den oberen Tabellenregionen mit und schaffte in dieser Zeit auch zwei Siege im Kreispokal: In der Saison 1987/88 gelang der Pokalsieg im Endspiel gegen Haag mit einem 4:1-Sieg. Der Titel konnte in Saison 1988/89 durch einen 5:1-Sieg im Endspiel gegen Bettenfeld verteidigt werden.
1989 und 1990 ging es weiterhin rasant bergauf. In diesen beiden Jahren gelang mit zwei Aufstiegen hintereinander der Durchmarsch von der Kreisliga C in die Kreisliga A. Möglich wurden diese Erfolge auch dadurch, dass viele Spieler von anderen Vereinen den Weg zum TuS Platten fanden – sowohl gebürtige Plattener, als auch „Fremde“. Hervorzuheben ist sicherlich der vorbildliche Zusammenhalt und Kameradschaft zwischen den Spielern und auch zwischen Spielern und Publikum. So halten viele der ehemals „Fremden“ bis heute dem Verein die Treue. Auch der Publikumszuspruch suchte gerade von Mitte der 80er bis Anfang der 90er Jahre im Fußballkreis seines gleichen und ist auch heute noch überdurchschnittlich.
Ab der Saison 1990/91 spielte die 1. Mannschaft zunächst vier Spielzeiten in der Kreisliga A gut mit, ohne mit Aufstieg oder Abstieg etwas zu tun zu haben. In dieser Zeit wurde die Mannschaft von den Trainern Heinz Toppmöller (Saison 1990/91; Bruder des ehemaligen Nationalspielers und Bundesliga-Trainers), Edgar Schneider (Saison 1991/92 und bis 11/92) und Peter Trampert (Saison 1994/95) betreut. Zwischendurch sprang Gerhard Vietzen noch zweimal in die Bresche und ersetzte die zurückgetretenen Toppmöller (ab 02/91) und Schneider (ab 11/92).
Nach der Saison 1994/95 musste der bittere Weg zurück in die Kreisliga B angetreten werden. Dort sorgte dann der neue Trainer Werner Feyen für frischen Wind. In seinem ersten Jahr führte er den TuS auf den 5. Tabellenplatz, ehe in der Saison 1996/97 der Wiederaufstieg in die Kreisliga A gelang. Dies war umso erstaunlicher, als der TuS Platten die mit Abstand älteste Mannschaft der oberen Kreisklassen stellte.
Der hohe Altersdurchschnitt war im Hinblick auf die Zukunft auch der Grund dafür, dass in der Saison 1997/98 versucht wurde, vermehrt jüngeren Spielern eine Chance zu geben. Von den Sportinstanzen wurde dies jedoch bitter bestraft, weil dem TuS einige Wochen nach Ende der Saison wegen des Einsatzes von Jugendspielern so viele Punkte aberkannt wurden, dass der Zwangsabstieg in die Kreisliga B die Folge war. Sportlich hatte man den 7. Tabellenplatz erreicht.
Die nächste Saison 1998/99 war anfangs wohl noch beeinflusst von der Enttäuschung über den Abstieg. Anders ist das schlechte Abschneiden bis Oktober 1998 mit Plätzen im unteren Tabellendrittel eigentlich nicht zu erklären. Trainer Feyen gab sein Amt auf und wollte damit ein Zeichen setzen, was von der Mannschaft auch verstanden wurde. Die Spieler Stefan Hayer (auch 1. Vorsitzender) und Andreas Jüngling übernahmen die Leitung. Durch nur eine weitere Niederlage bis Saisonende wurde noch der 4. Platz erreicht.
Der gleiche Platz wurde in der Saison 1999/2000 erzielt, bevor dann in der Spielzeit 2000/01 der erneute Aufstieg gefeiert werden konnte. Punktgleich mit dem SV Binsfeld wurde die Saison auf dem 2. Platz beendet, das Entscheidungsspiel gewannen wir mit 2:1 und sicherten damit die Teilnahme an der Relegationsrunde. Hier konnten wir uns durch einen 2:0-Sieg gegen den SV Gonzerath und ein 2:2 beim FC Burgen durchsetzen und damit gehörte der TuS wieder der höchsten Kreisklasse an.
Die folgende Saison 2001/02 wurde mit dem 8. Platz abgeschlossen. Im Sommer wurde dann mit Christof Thiel ein neuer Trainer engagiert, der aufgrund seiner langen Erfahrung in höherklassigen Vereinen auch als Spieler die 1.Mannschaft verstärkte. Die Spielzeit 2002/03 wurde erneut mit dem 8. Platz beendet.
In der Saison 2003/04 musste lange Zeit um den Klassenerhalt gezittert werden. Erst nach dem zweitletzten Spiel stand der Verbleib in der A-Klasse mit dem 10. Tabellenplatz fest.
In der Saison 2004/05 stand ein personeller Umbruch an. Nachdem die 1. Mannschaft zuvor noch in einigen Spielen mit einem Durchschnittsalter von über 34 Jahren auflief, war man froh, 7 Neuzugänge (darunter 5 Spieler aus der A-Jugend) begrüßen zu können. Es zeigte sich jedoch, dass eine junge Mannschaft trotz frischen Elans keine Erfolgsgarantie ist. Die Spielzeit endete auf dem 12. Tabellenplatz und man musste wieder den Gang in die Kreisliga B antreten.
Hervorzuheben sind auch die Leistungen der 2. Mannschaft um die Jahrtausendwende. Nachdem lange Zeit in den untersten Klassen (Reserveklasse bzw. Kreisliga D) gespielt wurde, gelang zum Ende der Saison 1997/98 unter Trainer Klaus Arenz der Aufstieg in die Kreisliga C. In den folgenden Jahren wurden regelmäßig Platzierungen im Mittelfeld erreicht.
In Sachen Vorstand hat sich in den 80er und 90er Jahren einiges getan. Im Jahr 1988 löste zunächst Herbert Simon seinen Vorgänger und späteren Ehrenvorsitzenden Karl-Heinz Hower ab. Ab 1990 führte Martin Becker den TuS, ehe Stefan Hayer im Januar 1997 die Vereinsspitze übernahm.
Damit begann eine Zeit, die von großer Kontinuität in der Besetzung des aus 6 Personen bestehenden geschäftsführenden Vorstands geprägt war. Mit sehr langen Zeiten im geschäftsführenden Vorstand seien erwähnt:
Stefan Hayer (1. Vorsitzender von Januar 1997 bis Januar 2015), Udo Hayer (im geschäftsführenden Vorstand von 1986 bis 1988 und seit 1992 bis heute, überwiegend als 1. Kassierer), Bernhard Schmitt (im geschäftsführenden Vorstand von 1988 bis 2017, seitdem im erweiterten Vorstand), Axel Görgen (Vorstandsarbeit von Januar 1997 bis März 2013, davon 6 Jahre als 2. Vorsitzender), Werner Koller (Geschäftsführer von 1997 bis 2014), Markus Thielen (im geschäftsführenden Vorstand von 1990 bis 2013) und Helmut Veit (Vorstandsarbeit von 1990 bis heute, u. a. als 2. Vorsitzender).
In den ersten Jahren der Amtszeit von Stefan Hayer erfolgte unter anderem die Neugestaltung des Platzes neben dem Clubhaus. Nachdem dort jahrelang Wildwuchs geherrscht hatte, wurde ein Getränkestand fest installiert, ein Grillplatz gebaut und eine Rasenfläche angelegt. Der Platz wurde insbesondere für Feierlichkeiten, z. B. das jährliche Sportfest, aber auch für kleinere Trainingseinheiten genutzt.
Es folgten weitere Großprojekte, die die Infrastruktur auf dem TuS-Gelände zukunftsfähig machten:
Nachdem sich die eher vagen und von vielen skeptisch beäugten Pläne, den Plattener Sportplatz in den Außenbereich des Ortes zu verlegen, als unrealistisch herausgestellt hatten, ging der Vorstand unter der Führung von Stefan Hayer und „Bauleiter“ Axel Görgen mit viel Elan und Engagement daran, das in die Jahre gekommene Sportlerheim zu renovieren. Im Jahr 2006 wurde das marode Dach erneuert, der Thekenraum renoviert sowie die Küche erweitert.
Die alten Umkleideräume, Duschen und Toiletten waren allerdings in einem Zustand, der eine Renovierung nicht mehr sinnvoll erschienen ließ – auch aufgrund der mangelnden Größe der Räume. So wurde im Jahr 2008 das nächste, noch größere Projekt angepackt, nämlich der Neubau unmittelbar neben dem alten Clubhaus. Pünktlich zum Sportfest Anfang August 2009 konnte das neue Gebäude (Heim- und Gästeumkleiden mit Duschräumen, Schiedsrichterraum und Toiletten) in Betrieb genommen werden.
„Fast nebenbei“ wurden auch der Festplatz und der Fußweg vor der Tribüne gepflastert.
Im Jahr 2010 folgte dann noch der Bau einer großen Garage hinter dem Vereinshaus.
Das alles war nur möglich, indem viele Helfer durch unermüdlichen Einsatz und dem Opfern eines großen Teils ihrer Freizeit die anfallenden Arbeiten unterstützt haben. Circa 3.000 Stunden Eigenleistung wurden während der genannten Bauprojekte durch den TuS bzw. die Helfer erbracht.
Auch die finanzielle Unterstützung durch den Sportbund, die Kreisverwaltung, private Spenden und besonders durch die Gemeinde Platten sei hiermit gewürdigt. Ortsbürgermeister Alfons Kuhnen stand in diesen Jahren immer hinter den für den Verein und somit auch für die Gemeinde wichtigen Baumaßnahmen.
Im Jahr 2011 zeigte der TuS sich – wie so oft in seiner Geschichte – als besonders innovativ und führte die Elsenborn-Karte ein. Ein Prepaid-Bezahlsystem, bei dem man einen beliebigen Betrag als Guthaben buchen lassen kann und danach mit der Karte bargeldlos im Clubhaus bezahlt.
Mit der Elsenborn-Karte schaffte es der TuS bereits mehrmals in die Presse und sogar in einen Fernsehbericht des SWR.
Zurück zur sportlichen Entwicklung:
Jugendfußball
Die Jugendarbeit, die lange brach gelegen hatte, wurde Ende der 1990er Jahre wieder als wichtiges Vereinsziel erachtet. Eigene TuS-Jugendmannschaften am Spielbetrieb teilnehmen zu lassen, konnte aufgrund zu geringer Zahlen an Kindern und Jugendlichen in den einzelnen Jahrgängen zunächst nicht realisiert werden. So wurde dann im Mai 1998 mit den Vereinen SG Osann-Monzel/Kesten und SG Lieser/Maring-Noviand eine Jugendspielgemeinschaft gegründet. Dieser JSG haben sich im Laufe der Jahre auch die SG Mülheim/Brauneberg, der SV Veldenz, der FC Burgen und der FC Gornhausen angeschlossen. Eine solch große Spielgemeinschaft bringt zwar auch manche Schwierigkeit mit sich, aber schließlich haben so alle fußballbegeisterten Plattener Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, im Heimatverein ihrem Hobby nachzugehen.
Der Einsatz in der Jugendarbeit kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Patrick Köhler, der seit 2009 als Jugendleiter beim TuS Platten fungiert, sei stellvertretend für die vielen Jugendtrainer und Betreuer genannt.
Neben der sportlichen Entwicklung und der Erzielung der bestmöglichen Ergebnisse steht immer auch die soziale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen im Fokus.
Seit einigen Jahren ist es gelungen, in den jüngeren Jahrgängen eigene TuS-Mannschaften (ohne Einbindung in die JSG) zu melden. Ein deutliches Zeichen und Lohn für die effektive Jugendarbeit.
Viele Erfolge und Auszeichnungen in den vergangenen Jahren zeugen von der hohen Qualität in der Jugendabteilung. So wurde der TuS Platten im Jahr 2010 und erneut im Jahr 2013 mit dem Jugendförderpreis der Egidius-Braun-Stiftung ausgezeichnet.
Als sportliche Erfolge der letzten Jahre seien hervorgehoben:
- Meisterschaft der D-Junioren in der Leistungsstaffel in der Saison 2013/14 -> Aufstieg in die Bezirksliga der C-Junioren
- Meisterschaft der C-Junioren in der Bezirksliga in der Saison 2014/15 -> Aufstieg in die Bezirksliga der B-Junioren. Bis heute konnte der Verbleib in der Bezirksliga jedes Jahr gesichert werden.
- Meisterschaft der E-Junioren in der Saison 2016/17
- Meisterschaft der E-Junioren I und der E-Junioren II in der Saison 2017/18
Lauftreff
Unter der Leitung von Horst Hower, der ebenfalls beim Jugendfußball aktiv war, wurde im Oktober 1998 die Abteilung „Lauftreff“ ins Leben gerufen. Frauen und Männer, Jung und Alt sind hier willkommen um sich durch Langstreckenläufe (jeder nach seinem Können) in Form zu halten bzw. zu bringen.
Im Jahr 2001 ist es erstmals gelungen, den „Plattener Straßenlauf“ als wichtigen Bestandteil unseres Sportfests zu etablieren. Von Jahr zu Jahr konnte die Teilnehmerzahl gesteigert werden. In den vergangenen Jahren haben regelmäßig zwischen 200 und 300 Läuferinnen und Läufer am Plattener Straßenlauf teilgenommen. Dieser findet immer am Freitag des jährlichen Sportfests statt. Der Lauftreff bzw. der Straßenlauf tragen dazu bei, den TuS Platten über die Kreisgrenzen und über den Fußball hinaus bekannt zu machen.
Gymnastikabteilung
Einmal wöchentlich treffen sich Frauen und Männer im Alter von ca. 55 bis 75 Jahren im Gemeindehaus. Aktuell (Anfang 2019) besteht die gemischte Gruppe aus etwa 10 sportlich Junggebliebenen. Ziel ist die Erhaltung der Beweglichkeit und auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz.Sofern es die Witterungsverhältnisse erlauben, werden in den Sommermonaten einzelne Outdoor-Aktivitäten durchgeführt.
Bereits seit 2004 fungiert Nina Oll, geb. Simon, als Übungsleiterin der Gymnastikgruppe, ein großes Lob für dieses langfristige Engagement.
Seniorenfußball
In der Saison 2005/06 ging die 1. Mannschaft den Neuanfang in der Kreisliga B mit dem Trainergespann Axel Görgen und Stefan Hayer an. Nach schwachem Saisonstart wurde am Ende mit Platz 7 ein gesicherter Mittelfeldplatz erreicht.
Nachdem wie den Vorjahren auch zur Saison 2006/07 nochmals einige junge Spieler hinzu gewonnen werden konnten, sollte diese Spielzeit eine ganz besondere werden:
Wir spielten unter den Trainern Axel Görgen und Werner Koller eine überragende Saison mit nur zwei Niederlagen und am Ende 96 geschossenen Toren in 26 Spielen. Dennoch fuhren wir am 06.05.2007 zum letzten Spieltag nur als Tabellenzweiter zum Auswärtsspiel bei RW Türk Gücü Wittlich, die bis dahin nur eine Niederlage kassiert hatten. Der Rest der Liga war weit distanziert.
Mit der Ausgangslage von einem Punkt Rückstand benötigten wir einen Sieg, um die Meisterschaft zu erringen. Vor einer sagenhaften Kulisse von über 2.000 Zuschauern entwickelte sich ein intensives Spiel, bei dem wir letztlich in der 89. Minute den entscheidenden Treffer zum 2:1-Sieg erzielen konnten. Als dann noch 7 Minuten Nachspielzeit überstanden waren, konnte der Wiederaufstieg in die Kreisliga A bejubelt und gefeiert werden. Der Trierische Volksfreund titelte seinerzeit „Herzschlagfinale und Jahrhundertspiel“.
Zum Neustart in der höchsten Kreisklasse konnte Oliver Neukirch für das Traineramt gewonnen werden. Sowohl die Saison 2007/08, als auch die Saison 2008/09 wurden mit Platz 8 im gesicherten Mittelfeld der Tabelle abgeschlossen.
Weniger gut startete man in die Saison 2009/10. Nach 7 Niederlagen in Folge stellte Oliver Neukirch sein Amt zur Verfügung. Werner Feyen sprang aus alter Verbundenheit zum TuS Platten ein. Das Engagement war erfolgreich, mit Platz 12 in der Endabrechnung konnte die A-Klasse ein weiteres Jahr gehalten werden.
Ein Jahr später gelang dies nicht mehr. In der zweiten Amtszeit von Trainer Christof Thiel in der Spielzeit 2010/11 konnte der Abstieg leider nicht vermieden werden, auch weil uns einige Spieler aus den zuvor erfolgreichen Jahren zwischenzeitlich verlassen hatten.
Es folgten einige Jahre, in denen man in der Kreisliga B mit Auf- oder Abstieg nichts zu tun hatte: Platz 8 in 2011/12 und Platz 4 in der 2012/13, jeweils unter Trainer Thomas Schäfer, Platz 6 in 2013/14 unter Thomas Weigl und erneut Platz 6 in 2014/15 unter Jens Ihlenfeld.
In die Saison 2015/16 startete der TuS hoffnungsvoll mit 5 Siegen. Es reichte am Ende zwar nicht zum absoluten Spitzenplatz, letztlich konnte aber ein guter 4. Platz verbucht werden. Im November 2015 hatte der bisherige Co-Trainer Perparim Kriezu Jens Ihlenfeld abgelöst, der aus privaten Gründen zurückgetreten war.
Auch in den Spielzeiten 2016/17 und 2017/18 war Perparim Kriezu der verantwortliche Mann auf dem Trainerstuhl. Im Mai 2017 konnte man am Aufstieg kratzen, aber das Endscheidungsspiel um den Relegationsplatz 2 ging verloren.
Die Saison 2017/18 endete auf dem 9. Platz.
Zum Beginn der Saison 2018/19 wurde Karl-Heinz Reisdorf als Trainer engagiert. Platz 8 stand in der Endabrechnung zu Buche.
Die 2. Mannschaft spielt seit mehr als zwei Jahrzehnten ununterbrochen in der Kreisliga C.
Trainer und Betreuer ist seit 2014 Stefan Sausen.
Es ist nicht immer leicht, zwei Mannschaften am Spielbetrieb des Seniorenbereichs teilnehmen zu lassen. Ein großes Lob an alle, die trotz personeller Engpässe und eher bescheidenen Erfolgen in den letzten Jahren, unserer „Zwoten“ die Treue halten.
Wir können stolz darauf sein, dass in Zeiten, in denen im Kreisfußball Spielgemeinschaften an der Tagesordnung sind, beim TuS Platten immer noch zwei eigenständige Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen.
Ab 2015 lenkte Ingo Herges die Geschicke des Vereins. Von März 2011 bis Januar 2015 bekleidete er das Amt des 2. Vorsitzenden, dann übernahm er den Vorsitz von Stefan Hayer.
2017 wurde der TuS Platten aufgrund einer überzeugenden Bewerbung vom Fußballverband Rheinland für die Förderung eines Kunstrasen-Kleinspielfelds ausgewählt (FVR-Stiftung „Fußball hilft“). Die Einweihung des Kleinspielfelds auf dem ehemaligen Festplatz neben dem Vereinshaus konnte im Jahr 2018 gefeiert werden. Dieser tolle Platz kommt insbesondere den Juniorenmannschaften zugute und ist ein weiteres Highlight auf unserem schönen Elsenborn-Gelände.
Ende des Jahres 2018 erhielt das Kleinspielfeld eine Flutlichtanlage, damit auch in der dunkleren Jahreszeit eine Nutzung am späten Nachmittag und Abend möglich ist.
Ein besonderer Dank gilt auch hier der Gemeinde Platten mit Ortsbürgermeisterin Dorothea Kuhnen für die finanzielle Unterstützung. Weitere Zuschüsse erhielten wir durch die Kreisverwaltung und das Land Rheinland-Pfalz.
2019 – Der TuS Platten feiert sein 100-jähriges Vereinsjubiläum
Das Jahr 2019 stand ganz im Zeichen des 100-jährigen Bestehens unseres Turn- und Sportvereins. Erneut zeigte unser Traditionsclub, dass er ein mit Höhepunkten gespicktes Programm auf die Beine stellen kann, das weit und breit seines Gleichen sucht!
Den Auftakt bildete im Februar der Fastnachtsumzug, an dem die aktuelle Spielergeneration den Mottowagen „Legenden von Elsenborn“ präsentierte.
Am ersten Juni-Wochenende wurde das große Jugendsportfest „Elsenborn-Cup“ veranstaltet.
Schon ein Wochenende später waren wir Ausrichter des Kreissportfests. Das Feedback der teilnehmenden Vereine und der Kreis-Offiziellen zeigte, dass wir auch hier Maßstäbe setzen konnten durch hervorragende Organisation und stimmungsvolle Gastfreundschaft.
Die Vereinsgründung vom 19.06.1919 wurde auf den Tag genau 100 Jahre später mit einer Geburtstagsfeier zelebriert.
Am 21. Juni folgte der große Festakt mit Ehrungen vieler verdienter Mitglieder. Zahlreiche Gäste aus Sport und Politik gaben sich die Ehre bei diesem durch den Vorsitzenden Ingo Herges moderierten Event. Ihre Glückwünsche überbrachten der Staatssekretär des Ministeriums des Innern und für Sport Randolf Stich, der Präsident des Fußballverbands Rheinland Walter Desch, Landrat Gregor Eibes, der Vizepräsident des Turnverbands Rudolf Rinnen, Ortsbürgermeisterin Dorothea Kuhnen und weitere Ehrengäste.
Im Rahmen zahlreicher Ehrungen wurde Stefan Hayer zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Nur weitere zwei Tage danach folgte der große Familientag mit Festgottesdienst. Landes-Familienministerin Anne Spiegel war als Schirmherrin anwesend und zeigte sich begeistert über den von zahlreichen Helferinnen und Helfern organisierten Tag für Klein und Groß.
Den Abschluss und den Glanzpunkt des Feier-Marathons des Jahres 2019 bildete das Jubiläumssportfest vom 19. bis 22. Juli.
Wie üblich startete das Wochenende am Freitag mit dem inzwischen zur Tradition gewordenen Plattener Straßenlauf. Symbolträchtig, dass die 19. Auflage im Jubiläumsjahr 2019 auf den 19. Juli fiel.
Der Samstag stand zunächst im Zeichen unserer Gastvereine, mit denen in den letzten Jahrzehnten schöne Vereinsfreundschaften aufgebaut wurden. Mit Ihren Teams bzw. Delegationen waren der TuS Michelbach (Saarland), der SV Neroth (Vulkaneifel) und der VfL Kirchen (Siegerland) angereist sowie - besonders hervorzuheben - der TuS Jugenheim (Kreis Mainz-Bingen), mit dem wir uns seit inzwischen mehr als 30 Jahren verbunden fühlen.
Nach dem Fußball folgte das Plattener Weinfassrollen. Dieses war lange Zeit fester Bestandteil der Weinkirmes, welche bis 2004 im Plattener Jahreskalender stand. Der TuS hat das Weinfassrollen ab 2016 als Teil des Sportfests wieder etabliert.
Abends wurde im Festzelt bei Live-Musik stimmungsvoll gefeiert.
Der sportliche Höhepunkt war dann am Sonntag das Spiel der Traditionsmannschaften des TuS Platten und des FC Schalke 04. Stefan Hayer hatte den Kontakt zum Chef des Schalker Teams hergestellt, keinem geringeren als Fußball-Legende Olaf Thon, Weltmeister von 1990. Mit enormem organisatorischen Aufwand konnte vor 1200 Zuschauern ein wunderbarer Fußballtag gefeiert werden. Die sehr sympathisch, aber auch mit Ehrgeiz auftretenden Schalker waren mit vielen Stars wie Oliver Reck, Martin Max, Matthias Herget, Jiri Nemec und natürlich Olaf Thon selbst angereist. Als Trainer fungierten mit Klaus Fichtel und Rüdiger Abramczik weitere Schalker Legenden.
Nach sehr guter Leistung und sogar einer 1:0-Führung durch Udo Hayer musste sich unser Team am Ende mit dem Top-Ergebnis von 1:3 geschlagen geben. Ein Tag, der allen Beteiligten in Erinnerung bleiben wird.
Von der Wertschätzung unserem TuS gegenüber zeugte im Jubiläumsjahr auch die überragende Präsenz in der Presse. Hier beispielhaft zwei Schlagzeilen aus einer Vielzahl an Berichten:
„Ein Prosit auf 100 Jahre Herzblut und Eigenständigkeit“ (Trierischer Volksfreund, 18.06.19)
„Der etwas andere Verein feiert sein großes Jubiläum“ (Die Woch, 13.07.19).
Eine besondere Erwähnung verdient die Festzeitschrift „100 Jahre TuS Platten“:
Professionell gestaltete, großformatige 76 Seiten mit zahlreichen Höhepunkten, unvergessenen Momenten und Emotionen aus dem vergangenen Vereinsjahrhundert, die über das Jahr 2019 hinaus auch zukünftigen TuS-Generationen erhalten bleiben sollen.
Zum Ende des Jubiläumsjahres stellte Ingo Herges das Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfügung. Zum Nachfolger wurde am 15.11.2019 Werner Koller gewählt. Schon kurz darauf am 03.12. konnte er mit einer Vorstandsdelegation seinen ersten offiziellen Termin wahrnehmen, nämlich die Verleihung der Sportplakette des Bundespräsidenten in der Staatskanzlei Mainz. Die höchste staatliche Auszeichnung für Sportvereine wurde durch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier persönlich unterschrieben und durch Roger Lewentz, Minister des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz, feierlich überreicht. Ein würdiger Abschluss des Jubiläumsjahres!
Auch der aktuelle Vorstand arbeitet engagiert an der Weiterentwicklung des Vereins. So wurde für das Jahr 2020 die Modernisierung des Clubhauses in Angriff genommen, finanziell unterstützt durch zahlreiche private Spenden und großzügige Unterstützung der Volksbank Raiffeisenbank eG. Als weiteres Projekt steht die Renovierung der Duschen und Umkleideräume an.
Zum Ende der Chronik ist es sicherlich auch angebracht, allen zu danken, die im Laufe der 100-jährigen Vereinsgeschichte den TuS Platten durch ihre aktive oder inaktive Mitgliedschaft unterstützten, die ihre Freizeit in den Dienst des Vereins und der Gemeinschaft stellten oder dem TuS durch sonstige Aktivitäten halfen.
Ein besonderer Dank für das erstmalige Erstellen der Vereinschronik in den 1990er Jahren geht an Heinz Herges, der im Januar 2004 verstorben ist und dem TuS Platten große Dienste erwiesen hat. Gerade die ersten Jahrzehnte des Vereins-Geschehens „aufs Papier zu bringen“ war mit viel Recherche-Arbeit verbunden und macht es nun möglich, die Chronik fortlaufend zu ergänzen.
Markus Thielen




